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Weihrauch: das göttliche Harz

Mit dem aus der Kirche gut bekannten Weihrauchduft sollen Gebete in den Himmel aufsteigen. Seine weltliche Wirkung entfaltet das wertvolle Baumharz als natürliches Schmerzmittel und bei der Raumdesinfektion.

Viele Mythen und Sagen aus den verschiedensten Religionen ranken sich um den Weihrauch. Kein Wunder, denn kaum ein Kulturgut hat so viele Epochen überdauert wie das berühmte Baumharz. Die Standorte der Weihrauchbäume waren ein gut gehütetes Geheimnis. Eine der ältesten Handelsrouten, die Weihrauchstraße, entstand zum Transport des gefragten Stoffes. Die kostbaren Harzperlen waren wohlhabenden geistlichen wie weltlichen Häuptern vorbehalten, die gerne damit verschwenderisch ihren Reichtum zur Schau stellten. So soll die Redewendung „sich selbst beweihräuchern“ auf so manchen römischen Kaiser zurückzuführen sein. Ein begehrtes Handelsgut ist Weihrauch auch heute noch. Zur Gewinnung wird die Baumrinde an vielen Stellen angeritzt, woraufhin eine milchig-weiße Flüssigkeit austritt, die zu Harz gerinnt. Erst das dritte Harz, das der Baum zu seiner Wundversorgung abgibt, erreicht die gewünschte Qualität, die für einen hochwertigen Weihrauch benötigt wird.

Der bis zu 6 Meter hohe Weihrauchbaum ist in den Trockengebieten Ostafrikas, der Arabischen Halbinsel und in Indien beheimatet. Es gibt viele verschiedene Weihraucharten. Die am bekanntesten sind u. a. Boswellia sacra, Boswellia carterii und Boswellia serrata. Das Weihrauchharz selbst enthält mehr als 200 Bestandteile. Neben ätherischen Ölen und Bitterstoffen sind aus medizinischer Sicht vor allem die entzündungshemmenden Boswelliasäuren interessant. Bei entzündlichen Erkrankungen lindert die Boswelliasäure Schmerzen und lässt Schwellungen rascher abklingen. Damit bietet das traditionsreiche Baumharz eine natürliche, effektive und nebenwirkungsarme Begleitung zu schulmedizinischen Therapien, wobei oftmals die Arzneimitteldosis verringert werden kann.

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