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Mariendistel: Stachelige Leberpflanze

Die Mariendistel wurde bereits in der traditionellen Naturmedizin erfolgreich bei Leberleiden und Vergiftungen eingesetzt. Die moderne Forschung bestätigt diese Wirkung. Kein Wunder also, dass die sagenumwobene Pflanze eine Renaissance erlebt.

Schon die alten Griechen wussten um die Wirksamkeit von „Sylibum“. Plinius, der als einer der Urväter der Naturmedizin gilt, empfahl die Mariendistel schon vor 1900 Jahren zur „Gallenabfuhr“. Einer seiner Nachfolger, Dioskurides, verwendete sie sogar gegen Schlangenbisse. Der Beiname „marianus“ und der Name Mariendistel weisen auf eine Legende hin, nach der die weißen Streifen auf den Blättern von der Milch Muttergottes herrühren sollen.

Pflanze verändert die Farbe

Die bis zu 1,5 Meter hohe, stachelige Pflanze leuchtet im Spätsommer mit violetter Blütenpracht. Ihre leicht marmorierten Blätter haben einen dornigen Rand. Fährt man mit dem Finger unter leichtem Druck über eine dieser marmorierten Stellen, dann verschwindet die Farbe aus der weißen Ader. Des Rätsels Lösung: Die Epidermis auf dem Mariendistelblatt ist an diesen Stellen abgehoben und bildet darunter kleine, luftgefüllte Polster. Infolge der veränderten Lichtbrechung erscheinen diese Bereiche weiß. Aus medizinischer Sicht ist es der Flavonoidkomplex Silymarin, der die Mariendistel als Heilpflanze so interessant macht. Diese sekundären Pflanzenstoffe werden aus den Samen gewonnen und zeichnen sich durch ihre leberschützende wie leberstärkende Wirkung aus.

Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Silymarin die Lipidstruktur der Leberzellmembranen stabilisiert und auf diese Weise das Eindringen giftiger Stoffe in die Leberzelle verhindert. Gleichzeitig fördert Silymarin die Regeneration und die Neubildung gesunder Leberzellen. In Kombination mit anderen leberstärkenden Pflanzen, wie Löwenzahn und Artischocke, können die positiven Eigenschaften der Mariendistel auf die Lebergesundheit verstärkt werden.


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