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Im Rhythmus des Lebens: Herz

Ob als Symbol für Liebe, Mut und Tapferkeit, Sitz der Seele oder des Verstandes, der Wahrnehmung oder der Erkenntnis: Das Herz wird in sämtlichen, den ältesten wie exotischsten, Kulturen verehrt, denn es ist tatsächlich der Beginn allen Lebens.

Der springende Punkt ist uns als Redewendung geläufig. Aber wie spannend, dass es ein biologischer Fachbegriff ist, der den Beginn eines Lebens bezeichnet! Die alten Griechen nannten so den Zeitpunkt, an dem man in einem befruchteten Hühnerei plötzlich einen roten Punkt sah. Erst viel später erkannte man: Genau dann, wann der springende Punkt plötzlich zu pulsieren beginnt, beginnt das Leben. Dies gilt nicht nur für den Menschen, sondern auch für viele Tiere.

Einem Wunder gleich

Beim Menschen bildet sich das Herz in der 3. Schwangerschaftswoche, zu schlagen beginnt es am 23./24. Tag. Herzmuskelzellen erzeugen die nötigen elektrischen Impulse. Das Herz pumpt rund einmal pro Minute das gesamte Blutvolumen durch den Körper – das sind bei einem Erwachsenen rund 5 Liter. Bei körperlicher Belastung kann die Pumpleistung auf das Fünffache gesteigert werden, wodurch sich der Sauerstoffbedarf erhöht.

Warum es ungesund ist, ein großes Herz zu haben 

Ein gesundes Herz schlägt pro Minute im Ruhezustand 50- bis 80-mal, der Puls darf unter Belastung jedoch auf über 200 pro Minute ansteigen. Das gesunde Herz eines Erwachsenen ist etwa so groß wie seine Faust und wiegt zwischen 230 und 340 g. 

Das Gewicht des Herzens nimmt lebenslang kontinuierlich zu, wobei ab etwa 500 g das sogenannte „kritische Herzgewicht“ mit dem Risiko einer Mangelversorgung durch Sauerstoff besteht. Grund dafür ist, dass die zur Sauerstoffversorgung nötigen Herzkranzgefäße nicht entsprechend mitwachsen können. 

Dies macht es leicht verständlich, warum regelmäßiger Ausdauersport besonders im Alter für die Herzgesundheit von zentraler Bedeutung ist: Bei dauerhafter Belastung vergrößert sich eher das Volumen bereits bestehender Herzmuskelzellen als das Gewicht des Herzens. So kann die risikoreiche Entwicklung in Richtung eines kritischen Herzgewichts gebremst werden.


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